„Die Leichtigkeit des Seins“ das 5. Studioalbum von Gregor Meyle, das im November 2016 erschienen ist, gibt genau jene Eindrücke zu einem Menschen, der im Leben angekommen ist. Sein Leben ist Musik und das wird auch im Interview mit Heike Scheiding-Brode für "Region im Blick" mehr als deutlich.

Gregor Meyle im Interview mit Region im BlickGregor Meyle: locker, sympathisch, charismatisch, nett, bodenständig und so überaus positiv.
Seine Lieder sind mit Botschaften gespickt, positiven Messages, allerdings überhaupt nicht naiv, sollte das jetzt jemand meinen, nein, mit Themen, die zum Nachdenken anregen. Bei Gregor Meyle entdeckt man zwischen den Zeilen seine Sicht der Dinge, ganz ohne Zeigfinger, aber so ehrlich. „Ich meine, was ich singe, aber die Botschaft an sich, die liegt im Auge des Betrachters“. Er wolle das Positive im Leben herausholen und weitergeben, jeder kenne Schicksalsschläge, Krankheiten, Kriege, „aber umso mehr muss man die Kostbarkeit schätzen, dass wir in Deutschland leben, ein Sahnehäubchen der Zivilisation, der Menschenrechte“. In seinen Liedern geht es um Menschlichkeit, was man ganz deutlich beim Song „Das nennt man Glück“ wahrnimmt. Ich selbst weiß gar nicht so recht, welcher Song mir persönlich am bestens gefällt, aber tendenziell auf jeden Fall „Die Leichtigkeit des Seins“ und „Du bist das Licht“.

Gregor Meyle im Interview mit Region im BlickFür den Musiker sind Deutschland, Österreich und die Schweiz beste Länder, um von der oft so genannten „brotlosen Kunst“ leben zu können, weil die Leute auf Konzerte gehen, weil Tonträger gekauft werden, weil man sich hier der Kultur bewusst ist. Über 250.000 Zuschauer besuchten schon ein Gregor Meyle Konzert, das ist schon ein Wort. Das kommt aber nicht von ungefähr, „ich muss mich schon auf meinen Hintern setzen und üben, fleißig sein eben“, lacht Gregor. Seiner Meinung nach könne man durch Fleiß auch mit relativ wenig Talent erfolgreich werden und seine Miete bezahlen, „in Deutschland kann einem Musiker nicht viel passieren. Man darf sich aber für nichts zu schade sein“. Seit 20 Jahren steht Gregor Meyle im Berufsleben, 10 Jahre davon als Tontechniker, dabei hat er unter anderem in Südafrika Schulungen für Tontechniker gegeben, 10 Jahre ist er nun schon Berufsmusiker – gerade eben mit Auftritt beim Freiburger ZMF am Sonntagabend.

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Dabei fing doch alles schon so viel früher an mit seiner Leidenschaft, mit dem Faible für Töne, Worte, Musik: Mit vier Jahren bekommt er seine erste Gitarre geschenkt. Als Teenager gründet er die „Guns N’ Roses“-Cover Band „Young Guns“ und „Crack Fabian“. Eine eigene Karriere auf der Bühne beginnt er aber erst, als er 2008 hinter Stefanie Heinzmann den zweiten Platz in Stefan Raabs Show SDSDSSWEMUGABRTLAD (Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf) belegt.

Gregor Meyle im Interview mit Region im Blick Bis heute ist er der einzige Kandidat weltweit, der mit selbstgeschriebenen Songs bis in ein Talent-Show-Finale vordringt. Davor jobbt er als Ton- und Bühnentechniker für die späteren „Sing meinen Song“ Kollegen Sasha, Sarah Connor und Xavier Naidoo. Inzwischen Gold Awards für seine Studioalben „New York-Stintino“ und „Meile für Meyle“ auf dem eigenen Label Meylemusic, die erste eigene und erfolgreiche TV Sendung, „Meylensteine“, die dieses Jahr bereits in die zweite Runde ging, ein Echo und der Deutsche Fernsehpreis. All das hat Gregor Meyle in den letzten Jahren erreicht. Man könnte sagen, es läuft richtig gut für den sympathischen Singer-Songwriter aus Backnang. „Ich bin angekommen“, formuliert es Gregor, dahinter stecke aber sehr viel Fleiß. Er freue sich, dass er seiner Leidenschaft frönen kann und ist glücklich, nicht im „Song-Abliefer-Modus“ festzustecken. Er kann es sich erlauben, auch einmal „nein“ zu sagen und er schreibt seine Lieder nach seinem Rhythmus. Dazu übrigens nimmt er sich frei vom Alltag, vom Telefon, schreibt oft bis spät in die Nacht. Das funktioniert, weil er in einem Gebäude, in dem er niemanden stört, arbeiten und musizieren kann, wenn seine Einfälle auftauchen – auch wenn das zumeist mitten in der Nacht ist. „Für mich ist es Luxus, mich zurückziehen zu können und mich auf meine Musik zu konzentrieren, denn Musik ist mein Alltag“.

Gregor Meyle im Interview mit Region im BlickViele kennen den bescheidenen Musiker mit Hut, Bart und Brille erst seit der ersten Staffel von Xavier Naidoos „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“, seine treue Fangemeinde hat er sich jedoch in den letzten Jahren in hunderten Live-Auftritten in Clubs, Stadthallen und auf großen Open-Air-Bühnen erspielt. „Ich habe auch schon auf der Straße gespielt, in Kneipen, bei Music-Sessions, um mich so über Wasser zu halten und manchmal, wenn die Kohle knapp wurde, da habe ich eben die Münzen aus dem Auto-Aschenbecher eingesammelt“, erinnert sich Meyle. Inzwischen hat Gregor Meyle fünf Studio-  und vier Live Alben veröffentlicht, dazu die beiden „Meylensteine“ Compilations mit all den Mitstreitern aus der gleichnamigen TV Show.

 

Gregor Meyle im Interview mit Region im BlickIn der zweiten Staffel der Musik-Doku begibt sich Gregor Meyle zusammen mit bekannten Musikgrößen wie Helene Fischer, Howard Carpendale, den „Höhnern“, den „Sportfreunden Stiller“ und anderen mehr auf eine musikalische Reise. Gemeinsam mit Gregor Meyle verbringen die Musiker mehrere Tage und werfen einen Blick in die Vergangenheit. Gregor Meyle musiziert und performt gemeinsam mit den Stars deren größte Hits und lässt dabei Erinnerungen noch einmal ganz neu aufleben.
Und nebenbei hat Gregor zwei Song-Kochbücher geschrieben und musiziert sich bei rund 100 Konzerten pro Jahr in die Herzen von immer mehr Menschen. Mein Herz hat er jedenfalls erobert mit seinem Tiefgang in den Songs und seiner unglaublichen positiven Einstellung zum Leben.

 „Ich habe im Leben viel Glück gehabt, das möchte ich auch gerne weitergeben“, sagt der 38-jährige. Danke Gregor, für deine Musik und deine Lebenseinstellung.
www.gregor-meyle.de

 

  von Heike Scheiding-Brode /www.regionimblick.de