Starke Frauen der Region – im Interview mit Gabriela Beckmann Inhaberin des Rückgrat Sport – und Gesundheit Center Emmendingen und 1.Vorsitzende des Gewerbeverein in Emmendingen

Die Powerfrau – sie vereint immer Herz und Hirn, hat immer Grips und Charme und vor allem ein unerschöpfliches Reservoir an Power!

Eine Powerfrau zu sein bedeutet aber auch, selbstbewusst dafür einstehen zu können, was man denkt und wer man ist. Und dies fällt umso leichter, je wohler man sich in der eigenen Haut fühlt. Strahlt man Positivität, Energie und Kraft aus, so ist das eine ultimative und klare Absage an das alte Frauenbild des „schwachen Geschlechts". Powerfrauen sind stark, voller Energie und ja, das verleiht ihnen auch einen Hauch von Macht, die ihnen früher nicht gestattet war.

IMG 6044vGabriela Beckmann Inhaberin des Rückgrat Sport – und Gesundheit Center Emmendingen und 1.Vorsitzende des Gewerbeverein in Emmendingen ©Christina Dages

In vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, beweisen Frauen, dass sie das gewisse Etwas haben, um in der männerdominierten Businesswelt erfolgreich zu sein. Denn Köpfchen, Mut und Leidenschaft liegen näher beieinander, als man denkt. Leider denken heutzutage immer noch irrtümlicher Weise zu viele Frauen, dass man als Frau doppelt so viel leisten muss, um die Hälfte der Anerkennung zu erhalten Wir Frauen sollten selbstbewusster sein und uns unserer wundervollen weiblichen Gaben bewusst sein! Macht euch deutlich-In jedem von uns steckt eine Powerfrau und ich behaupte, in jedem von uns steckt eine gewisse Power! Die Power, das Leben zu meistern, neue Aufgaben mit offenen Armen zu empfangen und Hürden zu durchbrechen. Eine Powerfrau hat nichts mit dem Aussehen oder dem Job zu tun. Vielmehr mit dem Blickwinkel auf das Leben. Der Blickwinkel unserer „Geballten Frauenpower aus Baden "liegt auf Fitness und Gesundheit. Denn ein Baustein für ein glückliches Leben und damit wir uns in unserer Haut wohl fühlen, ist unsere Gesundheit. Nachweislich tragen die richtige Ernährung und ausreichend Bewegung dazu bei. Sport ist gesund, hilft uns besser auszusehen und uns besser zu fühlen. Das stärkt nicht nur unser Körperbewusstsein, sondern auch unser Selbstbewusstsein. Nur wer sich in seiner Haut wohlfühlt, kann das auch ganz natürlich und selbstverständlich nach außen ausstrahlen. Aber eines vorweg: es ist ganz egal ob wir eine 34, 40, S oder XL tragen! Das spielt keine Rolle, die Hauptsache und das Wichtigste ist: Man fühlt sich wohl!

Mit Gabriela Beckmann vom Rückgrat Sport- und Gesundheit Center Emmendingen und 1.Vorsitzenden des Gewerbeverein in Emmendingen ,erweitern wir unsere Rubrik „Frauenpower“ um eine weitere beindruckende Powerfrau, die das Ansehen der modernen Frau nachhaltig geprägt hat. Als Expertin im Sport -und Fitnessbereich nimmt sie sich dem Thema "sich in seiner Haut wohl fühlen "an und hat sich „Training von Kopf bis Fuß "auf die Fahne geschrieben. Ihr Motto: "Mehr Fitness, Gesundheit und Lebensqualität für die Menschen in der Region Emmendingen!" In ihrem Amt als erste Vorsitzende im Gewerbeverein Emmendingen vertritt sie die Interessen des Gewerbes, Handels, des Handwerks, der Dienstleister, der Gastronomie und der Freien Berufe in Emmendingen. Ein Ziel des Gewerbeverein ist es die gewerblichen Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und der Stadt zu vertreten. Er informiert über interne und öffentliche Veranstaltungen, fördert die Zusammenarbeit der Mitgliedsunternehmen, engagiert sich für das kulturelle Leben und trägt somit maßgeblich zur Attraktivität der Stadt Emmendingen bei.

Im Interview mit Region im Blick stellt sie sich den Fragen über Perspektiven in der Fitnessbranche, wie sie die Krise meistert und wie man es trotz Homeoffice und Lockdown schafft sich ausreichend zu bewegen.

IMG 7118gabiGabriela Beckmann ©Christina Dages

Wie sind Sie dazu gekommen eine Ausbildung im Bereich Fitness zu machen? Was war ihre Motivation?

Gabriela Beckmann: Als Quereinsteiger (Chemiestudentin) habe ich 1990 im neu gegründeten Sport und Gesundheitscenter meines Schwagers an der Rezeption begonnen. Nach kurzer Zeit habe ich dann Gymnastikkurse gegeben und die Verwaltung übernommen (hüpfende Schreibkraft). Nach der Geburt meiner Kinder bin ich in der Fitnessbranche geblieben, 2010 Geschäftsführerin und seit 2015 auch Inhaberin der Center in Emmendingen und Kenzingen. Sozusagen vom Rezeptionist zum Studiobesitzer.

Was ist das Schöne am Beruf Fitnesstrainer? Was macht ihnen am meisten Spaß und seit wann sind Sie als Fitnesstrainerin tätig?

Gabriela Beckmann: Da ich keine Spitzensportlerin war bin ich für meine Teilnehmer und Teilnehmerinnen immer eine von Ihnen. Meine Gymnastikstunden sind abwechslungsreich, immer lustig und gerne mal außergewöhnlich zum Beispiel eine Stunde nur mit klassischer Musik etc. In den 90 er Jahren habe ich die Musik für meine Kurse vom Radio auf Kassetten aufgenommen. Man hat sich viele Kombinationen und Übungen selbst ausgedacht – heute ist vieles standardisiert. Das beste Gefühl ist es, wenn die Kunden nach einem Kurs mit einem Lächeln im Gesicht und einem Wohlgefühl das Studio verlassen.

862A5644Gabriela Beckmann - Meine Gymnastikstunden sind abwechslungsreich, immer lustig und gerne mal außergewöhnlich ©Christina Dages

Was macht für Sie einen guten Fitnesstrainer/Fitnesstrainerin aus und wie wichtig sind dabei Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit, Einfühlsamkeit oder Motivationsfähigkeit in der täglichen Trainerarbeit?

Gabriela Beckmann: Authentizität – die Teilnehmer merken, wenn man sich verstellt oder jemanden nachahmt etc. Die Lust an Bewegung muss in der DNA verankert sein. Man muss auf die Teilnehmer eingehen können, das Training auf die Teilnehmer anpassen und auch ab und zu improvisieren.

Wie sieht momentan ihr Alltag aus und wie hat für Sie als leidenschaftliche Fitnesstrainerin der Lockdown ihr Leben verändert?

Gabriela Beckmann: Erstmal muss man selber die Situation verarbeiten. Für die Mitarbeiter und Kunden Zuversicht verbreiten und die Krise auch als Chance zu sehen. Ständige Verbesserung der Hygienemaßnahmen, Beantragung von Fördermittel, Digitalisierung – viele Arbeiten sind zu bewältigen. Andere als die, für die man angetreten ist.

Seit nun fast 6.Monaten sind die Fitness- und Gesundheitscenter bereits geschlossen. Die Corona Pandemie hat die Fitnessbranche fest im Griff. Wie fühlt es sich an, wenn plötzlich flächendeckend der Studiobetrieb eingestellt werden muss, und welche Sofortmaßnahmen haben Sie ergriffen? Welche Rolle spielt dabei auch die Kommunikation zwischen den Kunden und Mitarbeitern in einer solchen Krisensituation?

Gabriela Beckmann: In den ersten Monaten haben wir die Zeit für Renovierungen und Weiterbildung genutzt. Das hat auch viel Spaß gemacht und man konnte vieles aufarbeiten für was im laufenden Betrieb die Zeit fehlt. Erst seit Januar sind die Mitarbeiter zum Teil in Kurzarbeit. Von Anfang an haben wir die Kunden informiert, angerufen, regelmäßig per Mail über den aktuellen Stand informiert. Seit Beginn des Lockdowns bieten wir kostenlose Onlinekursstunden und Präventionskurse zu den Themen Entspannung und Ernährung an. Auch haben wir ein 14-tägiges Wissensforum mit externen Experten als Zoommeeting etabliert. Aber je länger die Schließung dauert umso schwieriger wird es den Kontakt zu halten.

IMG 6157vGabriela Beckmann ©Christina Dages

Wie haben Ihre Mitglieder die bisherigen Maßnahmen aufgenommen?

Gabriela Beckmann: Sehr viel Solidarität, einige bestehen darauf weiterhin den Beitrag zu bezahlen um uns zu unterstützen. Wir buchen, aber grundsätzlich keine Beiträge ab. Für die Kursangebote bekommen wir viel Lob, aber trifft man ein Mitglied auf dem Marktplatz heißt es meist: Ihr fehlt uns!

Hat sich aus Ihrer Perspektive die Fitnesslandschaft in den vergangenen Jahren verändert? Wie schätzen Sie mittelfristig die Perspektive der Fitnessbranche nach dieser Krisensituation ein und wie sieht die Zukunft der Fitnessstudios aus?

Gabriela Beckmann: Die Branche hatte in den letzten Jahren einen stetigen Wachstum verzeichnen können. Es entwickelte sich aber immer mehr die Trennung zwischen Premium Gesundheitsanbieter und Discount. Inhabergeführte Clubs und Ketten – ähnlich wie im Einzelhandel oder Hotellerie. Ich bin überzeugt, dass nach der Pandemie das Thema Gesundheit an Stellenwert zunehmen wird und die Gesundheitsanbieter einen Zulauf haben werden. Es wird auch das Klischee Muckibude und Knebelverträge verschwinden und das Bewusstsein für die positiven Effekte von gesundheitlich orientiertem Training wachsen.

Die Corona Krise verändert die Art, wie Menschen trainieren. Das Wohnzimmer wird zum Fitnessstudio. Per Online -Konferenz wird mittlerweile trainiert Welche Vorteile haben die Online-Fitness-Kurse? Wie werden ihre Online-Webinare angenommen?

Gabriela Beckmann: Bei online Kursen ist man zeitlich unabhängig und man spart sich die Anfahrt. Der soziale Kontakt Face to Face lässt sich aber nicht ersetzen. Eine große Gefahr sehe ich sogar, dass viele der Übungen falsch ausgeführt werden und somit auch schaden können. Für uns sind unsere eigenen Online Kursstunden, die Online-Präventionskurse zu den Themen Entspannung und Ernährung und auch das Wissensforum die im Moment einzige Möglichkeit in Kontakt mit den Kunden zu bleiben, sie zu Bewegung und gesundem Verhalten zu animieren und zu begleiten.

Viele Menschen arbeiten derzeit im Homeoffice statt im Büro. Denken Sie, dass die Bewegung dadurch noch reduzierter ist als ohnehin schon? Weniger Bewegung wegen Corona! Wir nehmen an Gewicht zu und bekommen psychische Probleme. Was raten Sie und wie steht es ihrer Meinung nach um unsere Fitness und wie schafft man es, sich in Corona-Zeiten ausreichend zu bewegen?

Gabriela Beckmann: Sitzen ist das neue Rauchen – das ist Fakt. Zudem fällt jetzt auch noch die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit, der Gang zur Straßenbahn, die Zeit an der frischen Luft weg. Die Risikogruppe wird somit immer größer! Sport ist Teil der Lösung – das wird leider politisch nicht berücksichtigt. Es ist aber jetzt umso wichtiger in Bewegung zu bleiben! Mein persönlicher Tipp ist es morgens eine Stunde früher aufzustehen und den Tag mit einem Spaziergang oder Laufrunde, einigen Kraft und Beweglichkeitsübungen, Meditation oder Yogaübungen zu beginnen. Wandern und Waldbaden in den Wochenplan zu integrieren und auf eine bewusste gesunde Ernährung zu achten.

Wer physisch aktiv ist, der stärkt sein Immunsystem. Unterstützen Sie diese Aussage?

Gabriela Beckmann: Ich bin zu 1000 % überzeugt, dass dies so ist. Zahlreiche Studien bestätigen inzwischen, dass das Muskeltraining in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung einen großen Einfluss auf das Immunsystem hat. Zu empfehlen ist der Artikel Kraftpakete in der aktuellen GEO Ausgabe. Ab dem 27. Lebensjahr nimmt die Muskelaktivität ab. Moderates und regelmäßiges Training sind das A und O für eine zufriedenstellende Lebensqualität. Zudem bringt es das Gehirn in Schwung und dient als Demenzprophylaxe. Gesundheit braucht Fitness.

logo ohne gut freigestelltDaniela Hiebel im Gespräch mit Gabriela Beckmann
Bilder: Fotografin Christina Dages

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