Moospfaffkugel und Moospfafftorte – und ganz viele Geschichten inklusive!

Auf eine Tasse Kaffee ins „s’Blaue Hus“ in Nordrach – das kann ein bisschen länger dauern!

Denn das Café mit dem „Gute-Stube-Flair“, wie Egbert Laifer so gerne sein kleines Reich nennt, lässt keinen so schnell los. Nicht nur wegen der durchaus exquisiten Kuchenauswahl, die gleich beim Betreten des Cafés in der Kuchenvitrine verführt.

Café im sBlaue Hus

Oder wegen der Pralinen, die eine Tasse Kaffee erst zum vollendeten Genuss machen. Sozusagen als „Versucherle“ auf das, was einen nur ein Stockwerk tiefer an der Pralinentheke von „CHOCO L“ erwartet: Trüffel und Co., mit und ohne Alkohol, alles hand-made in der Schokoküche der kleinen Schokoladenmanufaktur – Egbert Laifers erster Traum.

In der kleinen Schwarzwaldgemeinde Nordrach kennt es jeder, das „Blaue Haus“, seit 125 Jahren am selben Platz, ein altes Gemäuer mit viel Tradition. Einst Sattlerei, etwas außerhalb gelegen und keineswegs mit blauem Anstrich versehen. Heute steht das alte Haus mittendrin im Dorf und sein Blau ist unübersehbar. Und auch das Handwerk hat gewechselt. Statt markantem Ledergeruch, verführerischer Schokoladenduft aus der Küche der Schokoladen-manufaktur „CHOCO L“, seit vielen Jahren Geheimtipp und Treffpunkt für süße Naschkatzen. Mit der Eröffnung des „Café im s’Blaue Hus“ bekam das Haus jetzt ein Face-Liftung verpasst: schönstes Kornblumenblau, summer-feeling inklusive. Ganz besonders unten im Garten-Café, wo man direkt an der Nordrach sitzt. Mit Blick in den Stadtpark, rüber zur Kirche, begleitet vom leisen Plätschern des Wassers. Wohlfühlmomente zum Ankommen, Genießen, Wegträumen – und das nicht nur zur Blauen Stunde...

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Mit dem „Café im s’Blaue Hus“, das seit diesem Sommer seine Tore geöffnet hat, hat sich Chocolatier Egbert Laifer nach der Schokoladenmanufaktur „CHOCO L“, seinen zweiten Traum erfüllt. Ein Café in altem Gemäuer mit offen gelegtem Fachwerk und original Holzdielenböden, ein bisschen wie die gute Stube einst: kuschelig, gemütlich und eben einzigartig. Denn jeder Raum eine andere Erlebniswelt, ein kleiner Kosmos für sich und jeder mit seinem ihm ganz eigenem Charme. Jede Caféstube mit einer anderen Geschichte, jedes Möbelstück, jedes Accessoire mit seiner eigenen Geschichte. Wie der über 100 Jahre alte Schrank von Egbert Laifers Urgroßmutter, natürlich aus Schwarzwald-Tannenholz, beste Nordracher Weißtanne. Die Tische, die schon viele Jahre gesehen haben, jeder anders und jeder voller Nostalgie. Die Stühle, bunt gemixt, keiner wie der andere und jeder für sich schön. Die Goldrandteller, die Sammeltassen aus dem Antiquariat, die schon viele Kaffeestunden erlebt und sich schon immer zwischen Spitzendeckchen wohlgefühlt haben. Es ist dieser besondere Spirit, der gefangen nimmt, in jedem Raum, in jedem Moment. Die unausgesprochene Geschichte, die jedes einzelne Teil hat, Stück für Stück, über Monate mit viel Begeisterung von Egbert Laifer zusammengetragen, weil er „alles liebt, das eine Geschichte zu erzählen hat“. Dabei liegen die Geschichten aus der Heimat ihm ganz besonders am Herzen, wie beispielsweise die der kleinen bunten Gläser, die gleich vorne im Entrée des Cafés auffallen. „Originale“, wie Egbert Laifer stolz betont. Aus der Zeit, als in Nordrach noch Glas produziert wurde, vor über 300 Jahren. Die „Glashansele“ aus der Nordracher Narrenzunft erinnern an diese Zeit, wenngleich die Fläschchen an ihren Kostümen Nachbildungen sind, so Laifer

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Voller Harmonie die „Blaue Stube“ mit, wie der Name schon sagt, viel mediterranem Blau und ausgesuchten Antiquitäten, die ihm vornehme Eleganz verleihen. Heimelig und nicht nur für Kreative inspirierend das „Nähstübchen“, wo Kaffee und Kuchen an original Nähmaschinentischen serviert werden. Und die mit viel Liebe zum Detail ausgesuchten Nähutensilien so manchen animieren, selbst wieder einmal zu Nadel, Faden und Nähmaschine zu greifen. Wenngleich die Nähmaschinen von heute elektrisch laufen und ohne schwere gußeiserne Tritte auskommen. An den Cafétischen im „s’Blaue Hus“ sind sie alle noch dran, und wer nur schwer die Füße stillhalten kann, kann sie auch in Bewegung setzen – man sagt, es solle beruhigen...

Ein bisschen wie bei den „Fallers“ zu Hause die „Peter-Schell-Stube“, benannt nach dem kürzlich verstorbenen Hauptdarsteller aus der beliebten Sonntagvorabend-Fernsehserie. Er hat der Stube nicht nur seinen Namen gegeben, er hat sie auch mit vielen Erinnerungsstücken aus seinem Leben  mitgestaltet. Schwarzwald-like und entsprechend gemütlich eingerichtet und nicht nur beliebter Treffpunkt für passionierte „Faller“-Fans.

Der „Kir Royal-Trüffel“ ist einer unter vielen süßen Genüssen in der „CHOCO L“-Schokoladentheke, ein Stockwerk tiefer, gleich neben der kleinen Küche der Manufaktur. Wo jede Praline garantiert Hand-made gefertigt wird, auch die „Moospfaffkugel“, eine cremige Schokokugel aus Vollmilch-Ganache mit Honig, Nuss-Nougat und Walnusslikör, eingehüllt in gehackte Pistazien, ähnlich dem Moos draußen im Wald. Mit ihr hat alles begonnen, inspiriert von Egbert Laifers Tante, ehemals Touristikerin bei der Gemeindeverwaltung und auf der Suche nach etwas ganz Besonderem, Einzigartigem für Nordrach. Egbert Laifer, gelernter Koch und Konditor, dessen heimliche Liebe schon immer den süßen Verführern galt, hatte die Idee und kreierte eine süße Köstlichkeit, die es zuvor noch nicht gegeben hat: die „Moospfaffkugel“. Ohne zu wissen, dass sie der Grundstein für „CHOCO L“ sein sollte, der Start in die Welt der süßen Verführer, vor gut sieben Jahren.

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Er hat die Kugel einem Mann gewidmet, dessen Geschichte alles andere als süß war: dem Moospfaff. Seine Geschichte prägt bis heute das Tal, ist zur Sage geworden, die nicht nur eine Variante kennt. Abt zu Gengenbach sei er gewesen, habe falschen Meineid abgelegt wegen eines Waldstückchens, das deshalb zum Kloster Gengenbach kam und Nordrach verloren ging, sagen die einen. Deshalb irre er seit seinem Tod nun ruhelos durch den Nordracher Wald. Andere berichten aus den Erzählungen der Ahnen, dass der Pfaff Mönch im Kloster Allerheiligen gewesen sei und versehentlich eine heilige Hostie verloren habe, nach der er bis heute suche… Wie dem auch sei, Egbert Laifers Geschichte ist – und das ist unbestritten – in jedem Fall eng mit der des Pfaffen verbunden. Nicht nur seit dem Tag, als er die „Moospfaffkugel“ schuf. Mit der „Moospfaffkugel“ lebten auch die alten Geschichten wieder auf. Die Anekdoten von einst, bei Pralinenverkostungen von „CHOCO L“ süß garniert. Bei Wanderungen, wo man den Pfaffen mit Umhang, Lampe und Stock im Wald trifft und er so manche Geschichte zu erzählen hat, Gänsehaut inklusive und gratis. Oder im Moospfaff-Monat Oktober, wenn Egbert Laifer den leibhaftigen Pfaffen gibt.

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In der Pralinentheke hat die „Moospfaffkugel“ viele Wegbegleiter bekommen. Köstliche Gaumenkitzler wie beispielsweise den „Kirschlikör-Trüffel“, den „Kir Royal Trüffel“ aus weißer Canache mit Cassis und Nordracher Apfelsecco und schwarzen Johannisbeeren, den „Waldheidelbeerlikör-Trüffel“, den „Johannisbeerlikör-Trüffel“, den „Quittenlikör-Trüffel“, um nur einige zu nennen. Oder auch Exquisites wie die „Nordracher Stielkirsche“, eine eingelegte Kirsche, umhüllt von feinster Schokolade. Alle alkoholischen Füllungen sind Brände heimischer Brenner. Egbert Laifer hat sie bei seiner Wanderung auf dem „Nordracher Obstbrennerweg“ für sich entdeckt und beschlossen, jedem Hof seine eigene Praline zu widmen. Was nicht bedeutet, dass bei „CHOCO L“ nur Hochprozentiges in der Schokolade steckt. Auch „Haferflocken-Crispys“, „Mandelsplitter“ mit Vollmilch-, Zartbitter oder weißer Schokolade umhüllt oder auch „Rohkost-Taler“ sind ebenfalls das ganze Jahr über im Angebot.

Sie alle, wie auch die nach alten Rezepten gebackenen Apfel- und Zwetschgenkuchen, die Frischobstkuchen, die Sahnetorten und Schwarzwälder Kirschtorte und nicht zu vergessen die „Moospfafftorte“ mit Wildheidelbeeren von der „Moos“ sind exklusive, echte Egbert Laifer-Kreationen. Garantiert Hand-made und garantiert frisch. Und garantiert nur im „s’Blaue Hus“ in Nordrach zu haben!

„CHOCO L“ und Café im „s'Blaue Hus“
Treffpunkt für Genießer
Im Dorf 13 | 77787 Nordrach
Tel. +49 78 38/9 55 74 00
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.choco-l.de
Öffnungszeiten „CHOCO L“
Mo., Do., Fr. 17 – 20 Uhr, Sa. 14 – 18 Uhr
Öffnungszeiten Café im „s'Blaue Hus“
Do. – Mo. 14– 18 Uhr, Di.+ Mi. Ruhetag

Text:Gudrun Schillack
Fotos: s’Blaue Hus