Lust auf Brot!

Weizen- oder Vollkornbrot? Toastbrot oder regionale Spezialitäten? Bei der Brotvielfalt, die wir haben hat man als Verbraucher die Qual der Wahl.

Zum Tag des Brotes haben wir von Region im Blick ein wenig in der Geschichtekiste gekramt und so allerlei interessantes gefunden!
Brot – eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt. Gerade seine Inhaltsstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium, sind es die Brot zu einem wichtigen Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung machen. Ballaststoffe regen die Verdauung an und Lebensmittelexperten verweisen auf die Kohlenhydrate im Brot hin. Sie sind als Stärke enthalten und liefern dem Körper die notwendige Energie, die er braucht. Die Deutschen schätzen ihre Backware – das Brot als Kulturgut.

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Vom Frühstücksbötchen bis zum Abendbrot, durch die vielen Varianten entsteht eine große Vielfalt, die weltweit unerreicht ist. Deutschland ist das Land des Brotes nirgendwo sonst gibt es eine so große Auswahl an Brotspezialitäten. Es gibt weit über 3200 verschiedene Brotsorten, die derzeit jeden Tag angeboten werden und es werden immer mehr. Wir Deutschen sind sehr aufgeschlossene Verbraucher und schätzen die Vielfalt. Deshalb sind wir auch eher offen für neues und probieren gerne neue Trends. Nachhaltiges Brot aus Urgetreide wie Emmer, Dinkel ,Einkorn und Khorasan - Weizen, die in der Regel regional angebaut werden, da es für Urgetreide noch keinen Weltmarkt gibt, finden wir sehr spannend. Diese sogenannten Urgetreide sind fachlich sehr anspruchsvoll und erheblich teurer, da die Erträge niedriger sind. Dennoch sind viele Kunden bereit, die größere Mühe von Landwirt, Mühle und Bäcker zu bezahlen, schon alleine wegen des besonderen Geschmacks dieser Brote.

Aber Brot aus Weizen und Roggen, wie wir es heute beim Bäcker kaufen, war unseren Vorfahren unbekannt.
In der Jungsteinzeit vor ca.11.000 Jahren, wurde damit begonnen Getreide wie Dinkel, Emmer und Einkorn anzubauen. Jahrelang wurden die Körner roh gekaut bis man auf die Idee kam das Getreide zu zerstampfen und es mit Wasser zu einem Brei anzurühren. Bis eines Tages der Brei auf einem heißen Stein vergessen wurde und dieser Brei sich zu einer Art von Fladenbrot verwandelte. So entstand eine lange haltbare Mahlzeit, nur dieses Brot war nicht vergleichbar mit Brot, das wir heute kennen, es war hart und trocken.

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Alte Zeugnisse des Brotbackens gehen auch auf die Hochkultur der Ägypter am Nil zurück. Sie backten ein Brot, dass dem von heute gleicht. Funde und Darstellungen belegen, dass die Ägypter bereits vor 6000 Jahren spezielle Backräume hatten, in denen Brot gebacken wurde und sie kannten schon mehr als 30 Brotsorten. Ein vergessener Teigklumpen war die Geburtsstunde des Sauerteiges.Sie stellten fest, dass wenn der Teig länger steht, er zu gären beginnt. Seit dieser Zeit stülpten sie heiße Backtöpfe über den Teig, so dass er besser aufgehen konnte. Seitdem kennt die Menschheit Brotlaibe. Aus dem angesäuerten Teig wurde ein Brot gebacken, das nun viel lockerer war als das bis dahin in Ägypten bis dahin bekannte Fladenbrot. Bekannt ist auch ,dass Brot im alten Ägypten einen sehr hohen Stellenwert hatte. Da die Ägypter gerne und viel Brot verzehrten, brachte dies ihnen den Namen “Brotesser“ ein.

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Als die Israeliten Ägypten verließen, brachten sie die Kunst des Brotbackens zu den Griechen. Diese tüftelten weiter und verfeinerten ihr Brot mit Wein und Honig, so entstanden weiter köstliche Kreationen. Brot galt als Symbol der Götter. Die Römer verbreiteten schließlich die Kunst des Brotbackens in ganz Europa. Sie waren es auch, die zum ersten Mal Roggen anbauten und die Mühlentechnik weiterentwickelten. Damit konnte ein sehr viel feineres Mehl gemahlen werden. Eine römische Großbäckerei war damals schon in der Lage,3 6.000 Kilogramm Brot am Tag herzustellen. Im Mittelalter bevorzugte die obere Schicht der Reichen Weißbrot und befand es als sehr wertvoll. Dementsprechend war es auch teuer, sodass es sich die einfache Bevölkerung nicht leisten konnte. Brot aus Vollkorn war das Nahrungsmittel der Armen, da dieses Brot länger satthielt. Waren die Zeiten schlecht, so wurde Mehl aus Kartoffeln oder Erbsen dem Teig beigemengt. Getreide war sehr wertvoll und seit jeher ein  wichtiges Zahlungsmittel in sämtlichen Kulturen.

Seit 2006 ruft der Weltverband der Bäcker und Konditoren den 16.Oktober zum Welttag des Brotes aus, um auf die Bedeutung des Brotes für die Ernährung aufmerksam zu machen.

Zum Frühstück, zwischendurch als Vesper oder klassisch als Abendbrot: Wohl kaum ein Lebensmittel steht in Deutschland so sehr für Tradition und Ursprünglich-keit wie Brot. Zwar wurde das Brot hierzulande nicht erfunden, dennoch hat sich durch Zünfte Innungen und Zünfte im Laufe der deutschen Geschichte eine ganz besondere Brotkultur entwickelt. Durch regionale Traditionen und Besonderheiten, hat sich das Bäckerhandwerk seine Einzigartigkeit bis heute bewahrt. Unser „täglich Brot "ist immer noch ein wichtiges Hauptlebensmittel und im Durchschnitt verspeist jeder Deutsche im Jahr etwa 69,2 kg. Aber Augen auf beim Brotkauf, ein wirklich gutes Brot braucht nicht viel Chi – Chi. Brotfabriken, Halb-Fertig- und Convenience-Produkte haben hierzulande das Brot-Image verändert. Das positive daran - immer mehr deutsche Bäcker kommen auf die traditionellen Backweisen zurück und verzichten auf unnötige Zusatzstoffe.

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Das Bäckerhandwerk erlebt seit einiger Zeit verstärkt Wertschätzung, die Qualität guter Ware wird in der öffentlichen Wahrnehmung immer wichtiger. Auf jeden Fall ist ein gutes Brot heute, wie früher aus unserer alltäglichen Ernährung nicht wegzudenken und wer kann schon dem Duft eines frisch gebackenen Brotes widerstehen! Von der UNESCO wurde deutsches Brot sogar als Weltkulturerbe anerkannt und wir haben durch den Corona – Lockdown. Brot als traditionelle Mahlzeit wieder neu zu schätzen gelernt. Das klassische und simple Abendbrot hat wieder den Einzug in viele Haushalte geschafft. Besonders schön ist es, dass man lange zusammensitzen kann und dabei nichts kalt wird. Insbesondere Familien mit Kindern schätzen diese unkomplizierte Art zu essen. Die Zeit zu Hause wurde auch zum selbst backen genutzt, dies zeigte die Hefe – und Mehlknappheit während des Lockdowns. Ein frisches knuspriges Brot ist ein Hochgenuss. Dem selbstverständlichstem Nahrungsmittel gebührt eine gewisse Achtung, ob gekauft oder selbst gebacken, hell oder dunkel, mit oder ohne Körner, es ist und bleibt eines der wichtigsten Hauptnahrungsmittel. Frisches Brot vom Handwerksbäcker ist und bleibt ein wichtiges und hochwertiges Lebensmittel.

Text: Daniela Hiebel
Bilder: Pixaby

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