Dominic Müller – Inhaber des Hotel Ritter in Durbach und Kreisvorsitzender der DEHOGA im Gespräch mit Region im Blick

Die Branche ist schockiert vom erneuten Lockdown.

Dieser stößt nicht nur in der Hotellerie – und Gastronomiebranche auf Unverständnis: Laut Studien liegt das Infektionsrisiko vor allem im privaten Bereich. Auch das öffentliche Leben, die Kultur- und Eventszene leidet unter den massiven Einschränkungen. Trotz der eingeleiteten Maßnahmen, die Bund und Länder vereinbart hatten, steigt die Zahl der Infektionen mit dem Corona-Virus inzwischen in allen Regionen Deutschlands mit hoher Dynamik rasant an. Mit drastischen Maßnahmen versucht die Bundesregierung, die massiv ansteigenden Infektionszahlen wieder einzudämmen.

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Schon im Vorfeld hatte es Kritik an den Schließungen gegeben, und viele sehen den erneuten Lockdown gerade in der Gastronomie als problematisch: Er ist ja sehr umstritten, da die Gastronomiebranche offiziell kein klassischer Infektionsherd sein soll. Die vorerst bis Ende November befristete Schließung trifft die Gastronomie sehr hart und setzt viele wirtschaftlich stark unter Druck. Für so manchen ist der erneute Lockdown eine wirtschaftliche Katastrophe - sie werden wohl für immer schließen müssen. Lediglich die Lieferung und Abholung von Essen bleibt erlaubt. Vor der Branche liegen schwierige Wintermonate, es herrscht großer Unmut über die Verordnungen. Was passiert mit der Branche, wenn sich die Lage wieder normalisiert hat? Wird sich ein Arbeitsplatz in der Hotellerie verändern? Aktuell stellen sich viele Menschen diese Fragen.

Dominic Müller – Inhaber des Hotel Ritter Durbach und Kreisvorsitzender der DEHOGA - befürchtet, dass das Ende der Krise noch lange nicht erreicht ist und eine Pleitewelle folgen wird.

In einem sehr offenen Interview mit Region im Blick spricht er über Corona, die Folgen für das Gastgewerbe und wagt einen positiven Blick in die Zukunft, in der es gilt, auch Chancen zu nutzen.

Viele sehen den erneuten Lockdown in der Gastronomie als problematisch: Die Maßnahme ist umstritten, da Restaurants und Bars offiziell keine klassischen Infektionsherde sind. Wie sehen Sie dies als Gastronom und Kreisvorsitzender der DEHOGA?

Dominic Müller: "Ich sehe das sehr ähnlich, wir haben jetzt in den Sommermonaten hier ich weiß nicht wie viel tausende Gäste in unserem Hotel beherbergt und bewirtet, und wir haben bis heute keinen einzigen positiven Fall  weder bei den Mitarbeitern noch bei den Gästen - gehabt. Im Zweifel reinigen unsere Hausdame und ihr Team das Zimmer professioneller, weil sie einfach Profis sind, als das im Privathaushalt üblich ist. Wir haben die Abstände eingehalten, Desinfektionsmittel und entsprechende Hygienepläne aufgestellt, haben Acrylwände errichtet, Luftfilter installiert, in neue Lüftungen investiert und als „Belohnung“ bekommen wir wieder einen Lockdown. Das RKI hat bestätigt, dass sowohl die Hotellerie als auch die Gastronomie alles andere als Hotspots sind. Deswegen ist es völlig unverständlich, dass wir jetzt wieder die Leidtragenden sind. Da muss man ganz woanders ansetzen“.

Für viele Gastronomen ist der erneute Lockdown eine wirtschaftliche Katastrophe und Sie werden wohl schließen müssen. Hätte dies durch ein anderes Handeln der Politik oder eine andere Vorgehensweise verhindert werden können?

Dominic Müller: "Ja definitiv, wir haben ja kein Problem, Hygieneauflagen umzusetzen. Das haben wir auch in der Vergangenheit bewiesen. 99% aller Gastronomen haben sich an die Hygienekonzepte gehalten und diese auch gut umgesetzt. Selbst so etwas wie eine Sperrstunde ist höchst fraglich, weil die Gäste aus der Kneipe in die Privatwohnung gehen und dabei keine Abstände mehr eingehalten werden. Insofern hätte man das sogar dahin gehend kanalisieren können, um damit gut und gerne die Maßnahmen noch besser überprüfen zu können. Das wäre definitiv ein Weg gewesen, wie man es hätte angehen können“.

Wie groß ist der Unmut in der Branche über die Verordnung?

Dominic Müller: "Extrem, ich sage mal, der erste Lockdown wurde mit Würde, Anstand und Verständnis getragen. Wir alle sind der Meinung, Gesundheit geht vor. Aber auch wenn die Kanzlerin gesagt hat, die Maßnahmen wären verhältnismäßig, so sind die Maßnahmen unverhältnismäßig in jeglicher Hinsicht. Und es besteht eine gefährliche Kombination aus Wut und Angst“.

Wie stehen Sie, nicht nur als Gastronom sondern auch als Kreisvorsitzender der DEHOGA, zu den massiven Einschränkungen des Gastrogewerbes? Amtliche Corona-Schutzmaßnahmen, Hygiene-Konzepte, betriebliche Pandemiepläne: Viele Gastronomen haben Geld investiert um wieder öffnen zu können. War das alles umsonst?

Dominic Müller: "So wie es aussieht, war es größtenteils umsonst. Die meisten, nicht alle, haben einen relativ guten Sommer hinter sich. Viele konnten auch hier nicht nutznießen. Allerdings konnte der Sommer schon nicht die Schließmonate vom Frühjahr kompensieren. Jetzt kommt das, wie man so schön sagt, „On Top" darauf. Das ist eine ganz brandgefährliche Maßnahme, es werden sehr viele Kollegen leider Insolvenz anmelden müssen. Wir werden eine Pleitewelle erleben. Da bin ich mir ganz sicher, wenn nicht der Staat jetzt nicht wirklich vehement dort unterstützt. Wir reden nicht über großzügige Darlehen mit 1 %, da kommt dann die Tilgung auf die Kollegen zu und diese können sie nicht mehr leisten, da die Liquidität vom ersten Darlehen aus dem ersten Shutdown so stark belastet, dass sie gar kein zweites Darlehen aufnehmen können. Das wäre Insolvenzverschleppung. Insofern muss es eine „Eins-zu-eins“-Kompensation geben, sodass die Kollegen überleben können und die Arbeitsplätze erhalten werden“.

Inwieweit werden die Gastronomen in dieser Situation vielleicht auch ein Stück weit alleingelassen?

Dominic Müller: "Das hängt jetzt genau von der Politik ab, wenn sie das umsetzt, was sie ankündigen, dann kommen wir vielleicht mit einem blauen Auge davon. 75 % sind eben keine 100%. Da ist die ganze Zeit, hier bin auch ich betroffen, nur von Betrieben bis fünfzig Mitarbeitern die Rede. Warum eigentlich? Welche Strafe haben größere Betriebe verdient? Betriebe die mehr Mitarbeiter haben, die ein noch größeres Risiko in Kauf nehmen, warum sollen diese weniger bekommen? Ich weiß nicht,was sie verbrochen haben! Da gilt auch das Prinzip der Gleichheit, der Gleichberechtigung, ich selbst habe einhundertfünfzig Mitarbeiter und ganz ehrlich da fühle ich mich auch ein Stück weit diskriminiert. Ich bin gespannt welche Regelung da gefunden wird“.

Wie sind Sie als Gastronom mit dem aktuellen Corona-Kurs, der gefahren wird, zufrieden?

Dominic Müller: "Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin natürlich kein Virologe und möchte auch mit der Politik nicht tauschen wollen. Eben aus diesem Grund bin ich auch kein Politiker geworden. Andere haben sich freiwillig auf dieses Amt beworben. Ich war bisher recht zufrieden, dass hat ja auch der Vergleich zu anderen Ländern gezeigt. Das ist eigentlich recht gut gehandhabt worden. Ob maßvoll oder nicht, vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich vermag zu beurteilen, dass jetzt diese Maßnahme unverhältnismäßig ist. Da bin ich mir hundertprozentig sicher. Sie entbehrt jeglicher Vernunft, muss man wirklich sagen. Da muss man anders ansetzen. Aber nicht dort, wo längst Hygienekonzepte umgesetzt werden, wo die Infektionszahlen entsprechend, wenn überhaupt vorhanden, extrem gering sind. Finde ich den völlig falschen Hebel, dass ist Aktionismus und Hilflosigkeit in meinen Augen“.

Welche Maßnahmen haben Sie persönlich umgesetzt?

Dominic Müller: "Wir haben Trennwände und spezielle Luftfilter installiert und natürlich auch investiert. Eine zusätzliche Lüftung wird geplant, um ein spezielles Lüftungskonzept aufzustellen. Allein die Küchenlüftung, die die Luft aus den Restaurants und der Lobby zieht, tauscht sechs Mal pro Stunde die Luft aus. All diese Dinge, selbstverständlich neben Desinfektionsmitteln, digitalen Weinkarten, damit die Gäste nicht das Papier berühren, all dieser Aufwand, den wir auch kostentechnisch nicht an die Gäste weitergleitet haben, haben wir anstandslos gemacht und umgesetzt als Branche. Und jetzt bekommen wir voll einen auf den Deckel".

Außenansicht 2Außenansicht Hotel Ritter Durbach

Wird die Corona Virus-Pandemie die Gastronomie langfristig beeinflussen und verändern?

Domini Müller:“ Da bin ich mir hundertprozentig sicher. Selbstverständlich. Offengestanden positiv wie negativ. Ich bin überhaupt kein Mensch, der sich der sich nur auf das Negative stürzt, man kann auch nicht ausschließen, dass es nicht noch einen dritten Lockdown geben wird. Ich hoffe, man wird daraus lernen, dass dieser Lockdown in der Gastronomie für die Infektionszahlen irrelevant ist, da bin ich mir ganz sicher. Selbst wenn es einen Impfstoff im Frühjahr geben sollte, werden sich nicht alle darauf stürzen. Das heißt, es kann nochmal passieren. Wir werden weitere solche Winter erleben. Gleichzeitig - und da kommen wir zum Positiven, wird natürlich die Gastronomie und Hotellerie vom Trend zum Inlandtourismus profitieren. Das sind nun mal die totalen Extreme, einmal kompletter Shutdown, kein Gast im Haus und dann Juli, August, September bis Mitte Oktober quasi Rekordmonate. So schnell konnten wir das Personal gar nicht wieder akquirieren, einstellen und schulen. Weil keiner wusste, wie gebucht wird. Es kam ein unglaublich spontanes Buchungsverhalten auf uns zu. Wir wussten am Donnerstag noch nicht, welche Belegung wir am Wochenende hatten. Das waren alles Konsequenzen, die wir eh schon tragen mussten. Der Inlandtourismus wird uns mindestens die nächsten drei Jahre begleiten, da bin ich fest davon überzeugt. Aber auch die Möglichkeit eines weiteren Shutdown. Das muss man als Unternehmer erst einmal nervlich aushalten, da werden auch einige auf der Strecke bleiben. Auch psychisch. Wir werden Burn-out erleben, und wir werden definitiv erleben, dass Arbeitnehmer nicht mehr mitmachen. Manche werden komplett der Branche den Rücken zuwenden und sagen, das machen wir nicht mehr mit. Wir gehen in sicheres Fahrwasser, weil das hier ist uns zu riskant. Ich selbst gehe durch meinen Betrieb und sehe die Angst in den Augen meiner Mitarbeiter. Und das ist ein ganz wesentlicher Punkt, der völlig unterschätzt wird“.

Was ist jetzt gerade für Gastronomen besonders wichtig, und welche Tipps können Sie den Unternehmen dabei geben?

Dominic Müller: "Wichtigster Tipp, sie müssen definitiv Ruhe bewahren, sich vielleicht auch extern finanziell beraten lassen. Ganz offensiv schon einmal mit Lieferanten und Banken sprechen, eventuell auch mit Vermietern, Verpächtern den Dialog suchen. Jetzt schon vorbereiten, egal was da kommen mag von der Politik. Das ist das allerwichtigste, ganz wichtig auch die Kommunikation mit den Mitarbeitern. Die Angst nehmen, beruhigen. Transparente Kommunikation, die Schritte erläutern, die man jetzt unternehmen will, um die Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. Die Mitarbeiter, so finde ich, sind der wichtigste Punkt, dann kommen die Lieferanten, dass man weiß okay man hat es auf dem Schirm und man kümmert sich darum. Man ist solvent oder man kann die Rechnung gerade nicht bezahlen. Dann nicht zögern oder ruhen lassen, sondern den offenen Dialog mit den Gläubigern suchen. Das wäre ganz wichtig, den offenen Dialog mit dem Vermieter, Verpächter suchen und dann auch wirklich allentscheidend mit Steuerberater und Bank sprechen.“

Reicht das Geschäft mit Abhol- und Lieferservice aus um die Betriebe weiterzuführen?

Dominic Müller: "Auf gar keinen Fall: Dem einen oder anderen mag es vielleicht geholfen haben, wo der Chef persönlich in der Küche steht und die Partnerin vielleicht die Auslieferung macht. Aber wir sind ja nicht hier irgendwo in Berlin – Downtown, sondern größtenteils im Ländlichen Bereich und davon kann man nicht überleben .Schon gar nicht langfristig. Dass mag mal punktuell eine Lösung sein. Aber für größere Betriebe ,wenn ich jetzt da meinen eigenen Betrieb sehe, ist es erst recht gar keine Lösung. Ich habe einen gut bezahlten Küchenchef, der die Sachen zubereitet, dann natürlich auch das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit, Einweggeschirr, Einwegbesteck, Wärmebehälter – wieder eine Investition, wieder Dinge die angeschafft werden müssen. Dinge, die ja nicht vorhanden sind ,irgendwie muss das Essen auch transportiert werden und verpackt werden. Das sind alles so Dinge, die es deutlich erschweren“.

War die Verunsicherung in den letzten Monaten auch bei den Gästen zu spüren?

Dominic Müller: "Aber selbstverständlich, das war ja eh der Punkt sie haben eben die hohe Belegung am Wochenende in unserem Hause erlebt. Sie glauben gar nicht wie viele Beratungsgespräche wir geführt haben. Die Leute rufen an, sie wollen alles wissen. Heute wollen sie stornieren, morgen doch wieder buchen. Dann wollen sie wissen, wie wir die Hygienekonzepte umsetzen. Sie wollen wissen wie unsere Stornierungsbedingungen sind. Wir haben ein Wahnsinns Aufwand ,als jetzt der Lockdown kam, habe ich eine Dame in der Reservierung gehabt die wirklich quasi in sich zusammengebrochen ist, weinend. Weil sie so viel Energie und Arbeit da hinein gesetzt hat um die Gäste zu überzeugen und um auch wirklich die Bücher und Buchungen voll zu bekommen ,so gut es eben geht. Und mit einem Schlag war ihre Arbeit zunichte gemacht und darüber hat sie geweint. Sie hat nicht geweint über politische Maßnahmen oder Corona, sondern dass ihre Arbeit völlig umsonst war. Das war wie der Sisyphos den Stein den Berg hochrollt und der kullert immer wieder runter. Das sind Effekte, wo dann auch ein einfacher Mitarbeiter den Glauben an die Politik schlichtweg verliert“.

Welche Perspektiven sehen sie für die Zukunft? Können Sie den Gastronomen ein wenig Hoffnung vermitteln? Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dominic Müller: "Also das allerwichtigste ist in dieser Zeit, sich auf die Chancen zu konzentrieren. Es ist total einfach und leider destruktiv alles zu kritisieren und negativ zu sehen. Pessimistisch ist sehr einfach. Es ist wichtig sich auf das positive und die Chancen zu konzentrieren. Das gibt einem auch nochmal eine besondere Kraft, nicht beirren lassen. Sich nicht mit Verschwörungstheorien in Social Medien beschäftigen, sondern zu sagen: "Ich konzentriere mich auf meinen Job, und mein wirtschaftliches Überleben", Sich vorzubereiten auf den Run, der garantiert ,und da gehe ich fest davon aus ,dass im Frühjahr ein Run kommt. Spätestens ab April, da wird es wieder los gehen, weil die Leute das Bedürfnis haben raus zu kommen und weil sie Angst haben vor dem Ausland. Wir haben es dieses Jahr genauso schon erlebt, und im Frühjahr wird sich das wiederholen. Da wird es eben nicht erst im Juni beginnen, sondern schon im April. Darauf muss ich mich strategisch ausrichten und vorbereiten und das sind die Chancen, die ich eben erwähnt habe. Mir dafür Konzepte einfallen zu lassen. Wie kann ich die Leute ansprechen? Wie kann ich den Inlandtourismus ansprechen? Wie kann ich dafür Pakete auflegen? Keine Energie vergeuden auf negative Meldungen, auf negative Fakenews und den Kopf nicht in den Sand stecken. Einfach sagen: “Okay, aufstehen, Mund abwischen und weiter geht`s.“ Ich konzentriere mich auf das, worauf ich Einfluss nehmen kann, was ich verändern kann. Das was ich nicht verändern kann muss ich einfach auch akzeptieren“.

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Haben Sie Verständnis für die Menschen, die jetzt auf die Straße gehen und demonstrieren?

Dominic Müller: "Ja, selbstverständlich! Natürlich habe ich für die Menschen Verständnis. Das ist eine freie Demokratie, und das finde ich auch wichtig. Ich finde es ganz schlimm, dass von der Politik aufgerufen wird, den Nachbarn zu beobachten, zu denunzieren. Wo sind wir dahin gekommen? Ich klage das wirklich auf das Schärfste an, das ist das Schlimmste das ich mir vorstellen kann. Ich hatte kürzlich mit einer Dame gesprochen, die aus Ostdeutschland kommt und die wirklich erschrocken ist, weil sie sich ganz konkret an Stasimaßnahmen erinnert fühlt. Das sowas in einem Rechtstaat überhaupt vorkommen kann und darf, ist schlichtweg ein Armutszeugnis. Und ja, die Leute haben Wut und Angst, die Politik muss sehen, dass es brandgefährlich ist und um ganz ehrlich zu sein, hoffe ich, dass noch mehr auf die Straße gehen. Der Deutsche ist da ja eher verhalten und hält es zurück, und sagt  „Ja, wird schon und passt schon", weil er sich auch so ein bisschen wie die Made im Speck fühlt. Es muss etwas passieren, aber natürlich im Dialog und ohne Gewalt muss der Politik etwas entgegengestellt werden. Deswegen befürworte ich selbstverständlich auch Demonstrationen“.

Kann die Krise auch als Chance bewertet werden?

Domini Müller: “Ja, in vielerlei Hinsicht. Ich glaube, aber auch dass viele diese Chance schon wahrgenommen haben. Sie haben ihre Betriebe revidiert, sie sind durch alle Bereiche gegangen und haben versucht, zu optimieren, haben digitalisiert. Der eben erwähnte Inlandtourismus ist eine erneute riesige Chance und das ist was ich vorhin schon gesagt und gemeint habe: genau auf diese Chancen muss man sich konzentrieren. Es ist nicht nur immer alles negativ! Wenn ich alles negativ sehen möchte, ja gut dann hat das positive eh keine Chance. Aber es wird auch, ob wir wollen oder nicht, eine Flurbereinigung stattfinden. Betriebe, die vorher schon krank waren, werden das nicht überleben Es kann eventuell eine Chance für neue Arbeitnehmer, für den Fachkräftemangel daraus entstehen. Weil ich das auch eher skeptisch sehe, dass die Mitarbeiter unserer Branche verunsichert sind und sich teilweise eben anderen Branchen zuwenden und sich von uns abwenden“.

Text: Daniela Hiebel

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