Galt noch vor mehreren Jahrzehnten die Heirat als Absicherung der Frau, als höheres Ansehen in der Gesellschaft oder einfach als Vorgabe unsere Gesellschaft, so hat sich das grundlegend gewandelt.

Heute wird aus Überzeugung geheiratet, aus Liebe, aus dem Wunsch heraus, gemeinsam den weiteren Lebensweg zu gehen. Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob Mann und Frau, Frau und Frau oder Mann und Mann sich das Ja-Wort geben – alles ist möglich. Auch das Alter sagt nichts mehr dabei aus, oder etwa, ob es sich um die zweite oder gar dritte Hochzeit handelt. Unsere Welt ist schnelllebiger geworden, man bleibt nicht nur zusammen, weil man es muss, Frauen verdienen ihr eigenes Geld, sind gebildet, selbstbewusst und selbstständig und nicht mehr in der Abhängigkeit von einst. Es ist ja schon fast ein Ammenmärchen, dass eine Frau an den Herd gehört – überlegt man einmal, wie viele Sterneköche männlich sind, wie gut viele Männer kochen können. Und auch bei der Kindererziehung nehmen sich viele Väter das Recht, Elternzeit oder Erziehungsurlaub einzureichen. Väter sind im Kreißsaal ebenso dabei, wie beim Windeln wechseln, Fläschchen geben, erziehen und spielen.

Die Möglichkeiten in der heutigen Zeit sind so vielfältig und offen und das auch bei der Hochzeit selbst. 

Eine Hochzeit ist heutzutage ein Event, alleine schaffen es nur wenige Paare dieses zu planen, man bedient sich eines Wedding-Planers, getreu dem amerikanischen Vorbild. Will man es alleine versuchen, recherchiert und informiert man sich auf entsprechenden Hochzeitsmessen und sucht hier nach Anbietern der vielen Möglichkeiten, die es zu einer Hochzeit braucht. Eheringe, Torte, Einladungskarten, Blumenschmuck, das entsprechende Outfit, Friseur, einen fahrbaren Untersatz, Fotos oder Video, Essen und Getränke, Location, Dekoration, und so vieles mehr.

Wir von Region im Blick zeigen hier ein paar Möglichkeiten auf, Beispiele, die dazugehören zum schönsten Tag im Leben, ein Kann aber nicht ein Muss, eine Anregung und eine Idee.

Jedes Paar muss schließlich selbst entscheiden, wie der Tag werden soll, ob prunkvoll, romantisch, rockig, fetzig, verrückt, schlicht, teuer, preiswert, groß, klein, traditionell, heimatverbunden, im Ausland stattfindend, mit oder ohne Kirche, an einem besonderen Ort, ……

Trauzeugen gehören zum schönsten Tag dazu, wie das Amen in der Kirche

Trauzeuge und Trauzeugin sind eigentlich dazu gedacht, die Trauung zu bezeugen. Das war früher notwendig, heute nicht mehr, dennoch will kaum ein Brautpaar auf ihre Trauzeugen verzichten. Laut Wikipedia sind zur standesamtlichen Trauung  in Deutschland seit dem 1. Juli 1998 keine Zeugen mehr vorgeschrieben. Nach §1312 BGB können von den Brautleuten jedoch bis zu zwei benannt werden.

Was ein Trauzeuge zu „leisten“ hat, ist nicht wirklich festgelegt. Man freut sich unglaublich, wenn die beste Freundin fragt, ob man als Trauzeugin dabei sein will, aber was dann? Was wird erwartet?

wedding 1031493 640In erster Linie ist die Trauzeugin als seelische, emotionale und kreative Unterstützung gefordert, vor, während und nach der Hochzeit. Bei Panik-Attacken, weil die Zeit bis zum wichtigsten Tag so rast helfen, beim Brautkleid Kauf, den Planungen, den Junggesellinnen-Abschied organisieren und durchführen, am schönsten Tag darauf achten, dass die Braut perfekt aussieht, strahlt und sich um nichts kümmern muss, das Programm mitgestalten und koordinieren, schön ist auch, einen kleine Rede zu halten – die Trauzeugin ist schlichtweg unverzichtbar. Und während der Trauung sind Sie als Trauzeugin unmittelbar an der Seite der Braut. So können Sie beispielsweise den Brautstrauß abnehmen, ein Taschentuch für die Tränchen reichen oder schauen, dass Kleid und Frisur perfekt sitzen, vor allem auch beim Foto-Shooting.
Und als gute Trauzeugin haben Sie eine große Handtasche mit Dingen dabei, die bei jedem Notfall helfen können. Dazu zähle ich beispielsweise: Näh-Set mit Sicherheitsnadeln, Pflaster, Blasenpflaster, flache Schuhe für die Braut, Schmerztabletten, Traubenzucker, Ersatzstrumpfhose, Deo, Make-up, Taschentücher, Kaugummi, Nagelpfeile und Lippenstift.
Und er, der Trauzeuge, na, Mann kümmert sich, dass der Bräutigam die Ringe nicht vergisst, selbst gut aussieht und kümmert sich entsprechend um den Junggesellenabschied. Schließlich weiß man doch um die Vorlieben, Wünsche und Träume des Bräutigams als bester Freund, oder?

Die Hochzeitsrede

Was wäre eine Hochzeit ohne Rede oder Reden – allerdings bitte nicht zu weit ausholen und zu lange reden: in der Kürze liegt bekanntlich die Würze. Im Großen und Ganzen ist es Sache des Brautvaters beim Essen, entweder nach dem Aperitif und vor der Vorspeise, oder nach der Vorspeise, eine Hochzeitsrede auf das Brautpaar zu halten. Darauf folgt der Vater des Bräutigams, Trauzeugen, Verwandte, aber bitte koordinierte reden und nicht länger als zwei bis fünf Minuten je Redner. Prinzipiell darf jeder Hochzeitsgast etwas sagen.
Die letzte Ehre bleibt dann dem Bräutigam, der vielleicht nochmals seine Liebe zur Braut kundtun sollte, sich bei Eltern und Schwiegereltern, sowie Trauzeugen bedanken und zum Ausdruck bringen sollte, sich bei den Gästen für deren Kommen und Unterstützung zu bedanken.

Der Hochzeitswalzer

wedding 1605322 640 252 168Traditionell darf der Hochzeitswalzer des Brautpaares auf einer gelungenen Hochzeitsfeier nicht fehlen. Meist jedoch liegen die letzten Tanzstunden schon lange zurück, oder man steht gar nicht so sehr auf klassische Tänze, oder man hatte nie Tanzunterricht. Kein Problem, professionelle Tanzschulen helfen hier gerne und bieten oftmals extra für Brautpaare ein paar Tanzstunden an, in denen die Walzerschritte erlernt werden können.
Und wenn dann endlich der große Tag gekommen ist und alle Augen der Gäste auf dem Brautpaar ruhen, dann klappt es auch mit dem Walzer.  Diese alte Tradition steht übrigens für die Verbundenheit und die Zusammengehörigkeit des Brautpaares und symbolisiert so die endgültige Vereinigung.

Die Hochzeitstorte

wedding cake 407170 640Bereits in der Antike gab es erste Hochzeitskuchen, die Hochzeitstorte in ihrer heutigen Form entstand allerdings erst im 19. Jahrhundert. Und dieser Brauch ist für jede Feier sehr wichtig, geht es doch im Geschmack, „wer die Hosen künftig in der Ehe trägt“ und Erscheinungsbild.

Das Anschneiden der Hochzeitstorte wird vom Hochzeitspaar gemeinsam ausgeführt und beinhaltet die schöne Symbolik im zukünftigen Leben alles zu teilen.

Hier sollen allerdings auch die Machtverhältnisse in der Ehe geklärt werden, wer die Hand oben liegen hat, wird in der Ehe die Hosen anhaben. Und obgleich nicht viele Paare dieser leicht abergläubischen Komponente Glauben schenken, ist doch eine gewisse Verbissenheit zu beobachten, wenn es darum geht, ob Mann oder doch die Frau die Hand oben hat.
Ein weiterer Brauch zum Thema „Torte“, der bei den Gästen meist für Begeisterung sorgt, ist der Kuss des Brautpaars über der Hochzeitstorte, der reichen Kindersegen bringen soll. Je höher die Torte, desto schwieriger ist natürlich diese Aufgabe zu meistern. Wer es ganz traditionell mag, der wählt eine Torte mit insgesamt fünf Stockwerken, die für die einzelnen Lebensabschnitte des Paares stehen sollen: Geburt, Kommunion oder Konfirmation, Hochzeit, Kinder und Tod.

Text:Heike Scheiding