Ingo Fuchs vom gleichnamigen Modehaus in Endingen am Kaiserstuhl, der weiß ganz genau, was der Bräutigam für den „schönsten Tag“ im Leben braucht, wie er sich kleiden sollte.

Ingo FuchsDas Endinger Modehaus bietet dabei einen ganz speziellen Service, sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket, das „Mann“ beruhigt schlafen lässt und ihn gleichermaßen wunderbar neben seiner zukünftigen Ehefrau aussehen lässt. Der Insider sprach mit Heike Scheiding-Brode über Tradition und Trend, Service und Emotionen.

Für seinen neuen Lebensabschnitt, für die neue Epoche, die mit dem Tag der Heirat einhergeht, sollte „Mann“ neutral neben seiner Ehefrau, traditionell des Anlasses auftreten.

TrendsDer Trend an sich sollte dabei nicht im Fokus stehen und Ingo Fuchs bringt es auf den Punkt: „Auch in 10 oder 20 Jahren sollte man sich noch die Erinnerungsfotos gut anschauen können“. Und so sieht es das Team um Ingo Fuchs als selbstverständlich an, den Bräutigam hinsichtlich seines bevorstehenden festlichen Anlasses auch entsprechend aufzuklären. „Der Herr trägt ausschließlich ein weißes Hemd“. Blaue Anzüge, aber auch Grau- und Silbertöne liegen derzeit im Trend, selbstverständlich Schwarz und dazu sieht ein weißes Hemd stets frisch aus. „Zu Anlässen, die in die Nacht führen, trägt man immer dunkel“. Hier sei gleich anzumerken, dass ein Smoking erst ab der Dämmerung getragen wird, auf gar keinen Fall tagsüber. Eine Fliege sei für den Bräutigam für abends ein Thema, übrigens auch für die männlichen Gäste.

Die Hose ist schmal geschnitten, das Hemd weiß und ohne verdeckte Knopfleiste und ohne Brusttasche, selbstverständlich langärmelig. Eine zweite Garnitur – Reservehemd nebst Unterhemd ist übrigens empfehlenswert. Hosenträger sind Trend und haben Tradition und sollten in der Farbe des Anzuges getragen werden, wenn ein Muster, dann unbedingt dezent. Das Einstecktuch passend zum Hemd in Weiß und die Schuhe mit Ledersohle und zum Schnüren, in schwarz oder Braun oder Silbergrau im Sommer.
Der Hochzeiter sollte sich selbst gefallen und wohlfühlen

Noch nie sei eine Gesellschaft so cool und tolerant gewesen, wie im 21. Jahrhundert, „aber auch noch nie so intolerant“.

manschettenknöpfeDer Hochzeiter sollte sich selbst gefallen und wohlfühlen in seinem Outfit und diese Beratung bedarf Zeit. Zwei  bis drei Termine rechnet Ingo Fuchs ein, bis das Outfit steht, spätestens drei Monate vor der Hochzeit sollte hier der erste Termin fixiert werden. „Ein Fachgeschäft darf natürlich nicht zulassen, dass der Bräutigam in Panik gerät, aber dafür haben wir auch vier sehr gute Schneider in petto“, lacht Fuchs. Oft wird der Hochzeiter von Mutter, Freuden oder Schwiegermutter begleitet, nicht von der Zukünftigen.

TaschenuhrMit Blick auf die Tradition und dem Knigge an der Seite, gibt es eigentlich keine Alternative zum Anzug für den Hochzeiter, keine Farben und nur die Blume im Knopfloch, passend zum Brautstrauß. Und das mit dem Anzug ist für das Endinger Fachgeschäft natürlich nicht alles: ein Baumwollunterhemd mit Arm; Hosenträger; das Einstecktuch mit Blindstich fixiert, damit es nicht wegrutschen kann; Socken ohne Gummi; die unteren Knopflöcher von Weste und Sakko werden zugenäht, damit man diese Knöpfe nicht schließt; Schuhspanner für die Schuhe, ….

Zum Outfit gehören unbedingt die Manschettenknöpfe, entweder aus der Historie von Papa oder Opa oder neue, am besten noch eine Taschenuhr.

Wir können Trend, aber wir kennen Tradition

AuswahlTradition werde jeden Trend überleben, da ist sich Ingo Fuchs sicher. Beim ersten Termin wird Maß genommen und besprochen, wie die Wünsche des Zukünftigen aussehen und was das Modehaus Fuchs empfehlen würde. Beim zweiten Termin wird probiert, „bei uns wird jeder Anzug zum Maßanzug durch die guten Schneider, die wir haben“, schmunzelt Ingo Fuchs. Für jede Figur und Größe finde sich etwas. Der dritte Termin sei dann das „Finish“, das Outfit werde definiert und das meist vier Wochen vor der Hochzeit. Die Männer hätten meiste ein vorgegebenes Budget, so Fuchs, für ein angepasstes Outfit mit Schuhen, Hemd, allen Änderungen und so weiter, liege man bei zwischen 800 und 1.000 Euro, maximal 1.500 Euro.
Für den Modehaus-Chef ist die Kundenbindung durch diese Hochzeits-Termine wichtig, denn gerade hier könne man wunderbar den überaus großen Servicegedanken des Hauses erleben. Und so kommen die Herren gerne auch am Hochzeitsmorgen vorbei – meist außerhalb der Öffnungszeiten – und lassen sich ankleiden, diesen Service halten manche in Form von Foto oder Video fest. So gut versorgt und bekleidet - welch‘ toller Start in den Hochzeitstag.

 

Text / Bilder: Heike Scheiding-Brode