Region im Blick besuchte Yasmin Ponader vom Bahlinger Brautmodengeschäft „Céléste Himmlische Brautmoden“ und fragt nach den Trends der Hochzeitskleider 2018 nach.

Hinsichtlich Farben und Stil der Brautkleider weiß Yasmin Ponader, dass die Farbe „Creme“ dominiert, ebenso massiv sehen wir Nude, Rosé, Light-Gold, Hell-Pastellig oder ein entspanntes Weiß, sowie ganz helle Crémetöne. Brautkleider in hartem Weiß stehen nicht hoch im Kurs.

Trendy ist auch die Tattoo-Spitze, die man auf der Haut sieht.

„In 2018 gibt es wohl kaum ein Kleid ohne eine Spitze“, so Ponader, ebenso ist man mit einem tiefen Rücken en vogue. „Der Rücken so tief es geht ausgeschnitten, der freie Rücken ist beliebt“. Hierzu bieten Lieferanten die entsprechenden BH’s, allerdings ist es ratsam, bei entsprechender Figur auf diesen zu verzichten.
Corsagenkleider hingegen gehen eher wieder zurück. Verschiedene Linien sind im Kurs: Princess, Fishtail, die klassische A-Linie. Wert wird übrigens wieder auf Schleppen gelegt, das wird regelrecht zelebriert. Schleier sind ein Hit, egal ob lang oder kurz, mit Spitze oder ohne – egal wie, Hauptsache ein Schleier.

Das Wetter und seine Kapriolen

An das Wetter oder wie es am Hochzeitstag sein könnte, daran denkt man beim Brautkleidkauf am wenigsten. „Das Kleid wird nach dem Herzen und nicht nach dem Wetter ausgesucht“, betont Fachfrau Yasmin Ponader. Aber, wenn denn doch nötig, weil es plötzlich zu frisch wird, so gibt es zu jedem Kleid auch etwas Passendes: Satinjacken, Mohair Stolen, Fell-Jäckle oder auch Mäntel.

Übrigens sind etwa 95 % der Brautkleider ohne Arm, toll sieht bei einem Vintagekleid auch eine Jeansjacke obendrauf aus. Allerdings verzichten laut Ponader die meisten Bräute auf etwas Warmes und frieren lieber – außer bei einer Winterhochzeit. Und falls es regnen sollte – kein Problem, denn es gibt Schirme passend zum Kleid oder große Schirme für das Brautpaar mit „just married“ als Schriftzug.
Und Schuhtechnisch? Na ja, weiße Lederschuhe gibt es kaum noch, dafür liegt man mit Satinschuhen absolut richtig. Voll im Trend, aber Geschmackssache sind die Sneakers zum Brautkleid – oft dann in der Farbe der Socken des Bräutigams.

Kosten und Brautkleidkauf

Für ein wertiges und schönes Kleid investiert man durchschnittlich 1.300 bis 1.600 Euro. Die durchschnittlichen Kosten für eine Hochzeit bewegen sich zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Dabei ist es heutzutage so, dass das Brautpaar seine Hochzeit gemeinsam bezahlt, hingegen das Outfit häufig von den Eltern der Braut/Bräutigam bezahlt werden.

Wichtig ist ja die Frage: „Wann kaufe ich mein Brautkleid?“.

Zwischen September und November kommen die neuen Kollektionen in die Brautmodengeschäfte. Danach kommt nichts Neues mehr auf den Markt und logischerweise wird es tagtäglich in den Fachgeschäften weniger an Auswahl. Rechnen muss man mit mindestens 4 Monaten vor der Hochzeit, falls es noch Änderungen in der Größe oder den Besuch der Schneiderein geben soll. Aber: 4 Monate sind betreits knapp bemessen, gut liegt man mit einem halben Jahr.

Wie informiert sich die Braut zum Kleiderkauf?

Nun, zum einen hier, genau an dieser Stelle auf www.regionimblick.de,  im Internet, auf Messen, in Broschüren. Fotos geben, so Yasmin Ponader, oft einen guten Anhaltspunkt für eine gute Beratung. Jede Braut sollte allerdings auch nach links und rechts schauen und nicht zu festgefahren in ihren Vorstellungen sein. Fakt ist auch, dass eine Braut nicht alleine zum Kleiderkauf anrückt. Optimal sind zwei bis drei andere Meinungen, oft die beste Freundin, die Schwester oder die Mama.

Ein etwas negativer Trend setzt sich aktuell durch, das „Bräutehopping“, wobei in verschiedenen Brautstudios Termine ausgemacht werden, um sich abzusichern, das richtige Kleid zu finden. Was hierbei außer Acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass man anderen Bräuten so auch schnell einen Termin wegnimmt. Manche Studios reagieren auf diesen Trend übrigens bereits jetzt mit Beratungsgebühren, die bei einem Brautkleidkauf dann wieder verrechnet werden, ansonsten aber fällig sind.

Die wichtigsten Styles

Fishtail

Ein Fishtail-Brautkleid kann man auch als Brautkleid in Meerjungfrauform umschreiben. Es schmiegt sich eng um Hüften und Oberschenkel, unterhalb der Knie ist das Kleid weiter ausgestellt – ähnlich wie bei einem Fischschwanz.

A-Linie

Die A-Linie zählt zu den Klassikern unter den Brautkleider Schnittformen. Das schmal geschnittene Oberteil betont Dekolleté und Oberkörper, während der weit fallende Rock etwaige Problemzonen an Bauch, Beinen und Po perfekt kaschiert. Die A-Linie sorgt für eine schlanke Silhouette und ist auch bestens für kleine Frauen geeignet, weil die gesamte Figur optisch gestreckt wird.

Princess

Sich fühlen wie eine Prinzessin – wer davon schon immer geträumt hat, ist mit einer Brautkleid Schnittform im Princess-Stil bestens beraten. Die Braut sollte eher eine schlanke Taille haben, die einen Kontrast zu dem voluminösen Rock bildet. Kleine Bräute entscheiden sich besser für eine gemäßigte Variante, da ein allzu üppiger Rock gedrungen wirken kann.

Empire

Beim Empire-Schnitt wird die Taille optisch unter die Brust verschoben. Von dort fällt das Kleid locker nach unten, wobei es gekonnt die typischen Problemzonen umspielt. Dekolleté, Schultern und Arme werden dagegen betont. Kleider im Empire-Stil sorgen für einen sehr femininen und zarten Look und eignen sich sowohl für kleine als auch für große Bräute.

Vintage

Vintage-Brautkleider, dazu zählen kurze Brautkleider im 50er Jahre Stil und freche rockabilly Hochzeitskleider, ebenso schlichte Brautkleider der 20er Jahre und modische Brautkleider im 60er Jahre Stil mit Minirock und Bubikragen. Besonders häufig wurde der Name „vintage Brautkleid“ in den letzten Jahren für nostalgische Brautkleider mit zarter Spitze verwendet. Vor allem lange Brautkleider mit Ärmel aus Spitze waren damit gemeint. Vintage Brautkleider im Bohemian Stil und Hippie Hochzeitskleider die an den Stil der 70er Jahre Brautkleider angelehnt sind, sollten mit Blumenkränzen und Stirnbändern getragen werden.

 

Text Heike Scheiding-Brode