Die Akupunktur ist eine sehr alte Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin. Der Name setzt sich zusammen aus den lateinischen Wörtern acus (Nadel) sowie pungere (stechen) und bedeutet nichts anderes als Therapie mit Nadeln.

Das fernöstliche Prinzip der Akupunktur beruht auf Yin und Yang. Zwischen diesen Gegenpolen fließt die Körperenergie (Qi) auf sogenannten Meridianen durch unseren Körper. Im Zustand der Gesundheit besteht ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Yin und Yang. Gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen, kann das Qi nicht mehr ungehindert zirkulieren, Krankheiten sind die Folge. Der im Zustand von Erkrankungen gestörte Fluss in den Meridianen kann mittels Reizung bestimmter Hautpunkte wieder normalisiert werden.
Schon vor mehr als 2.000 Jahren wurde die Akupunktur in China erfolgreich angewandt. Im Verlauf der Geschichte wurden dann viele Körperpunkte und Meridiane gefunden, welche ausführlich in den chinesischen Klassikern beschrieben wurden und heute über die WHO systematisiert sind.

Heute gibt es neben den traditionellen Grundlagen der Akupunktur auch chemisch-physikalische Erklärungsversuche, z. B.: Neurophysiologie und Biophotonentheorie. So ist aus Untersuchungen in der Anatomie und in der Physiologie in Wien bekannt, dass die Akupunkturpunkte Besonderheiten aufweisen: vermehrter „intrazellulärer Raum“ zwischen den Gewebszellen mit verändertem Wasser- und Ionengehalt sowie veränderten elektrischen Widerständen. Die TCM (traditionelle chinesische Medizin), wie sie heute gelehrt und praktiziert wird, verbreitete sich ab 1950 unter Mao Tsetung. Er verband damit die Hoffnung, die arme Landbevölkerung mit einfach ausgebildeten Medizinhelfern günstig zu versorgen. Wenig später wuchs auch in Europa und Amerika das Interesse; insbesondere die Akupunktur hat sich seit den 1970er-Jahren weltweit verbreitet. In China nehme die Bedeutung der TCM dagegen wieder ab, sagt Zhigang Geng: „Die Leute nehmen lieber Schmerzmittel, um Zeit zu sparen und Geld zu verdienen.“

Können Nebenwirkungen auftreten?

Das Stechen der Nadeln, wodurch der Körper zur Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen (Endorphine) angeregt wird, erfolgt praktisch schmerzfrei. Störende oder unerwünschte Nebenwirkungen gibt es nicht. Die Akupunktur bezieht nicht nur den Körper selbst, sondern auch die Gefühle, das Denken und das Bewusstsein des Menschen in die Heilung mit ein.

Wie verläuft die Behandlung?

Bei der Akupunktur werden gewöhnlich maximal 16 Nadeln – grundsätzlich so wenige wie möglich – gesetzt. Eine Sitzung dauert je nach Art der Anwendung zwischen 10 und 45 Minuten. Akute Fälle werden bis zu einmal pro Tag, chronische Fälle seltener – etwa einmal pro Woche – behandelt. Bei der Behandlung verläuft das Einbringen der Nadeln praktisch schmerzfrei. Der Therapeut wird jedoch darauf achten, dass bei korrektem Sitz der Nadeln ein dumpfes, ziehendes Gefühl (De Qi) entsteht.

Neben der klassischen Körperakupunktur gibt es auch Sonderformen wie die Ohr-, Mund- und Schädelakupunktur. Die Akupunktur selbst wirkt schmerzstillend, psychovegetativ entspannend, das Abwehrsystem regulierend sowie motorisch aktivierend. Die Akupunktur ist in der TCM ein wichtiger Bestandteil, der durch Tees, Kräuter und Moxibustion ergänzt wird. Weiterhin wird das Therapieangebot durch Massagetechniken wie Tuina Anmo und Shiatsu sowie mit Bewegungsübungen wie Qigong und Taijiquan ergänzt.

Was kann mit Akupunktur behandelt werden?

KopfschmerzenDr Krimmel
Migräne
Orthopädische Krankheitsbilder
HWS-/LWS-Syndrom, Lumbalgie, Schulter-/Arm-Syndrom, Hexen­schuss, Hüft- und Knie­schmerzen, Arthrosen, Tennis­ellenbogen…
Magen-Darm-Beschwerden
Atemwegserkrankungen (Heuschnupfen, akute und chronische Nasennebenhöhlenentzündung en etc.)
Psychovegetative Störungen, Erschöpfungszustände, Schlafstörungen, Suchtprobleme etc.

DR. MED. PETER KRIMMEL
Facharzt für Allgemeinmedizin, 79252 Stegen

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