Frauenpower Cordula Kitiratschky

Immer wieder treffe ich auf Frauen, die wahrlich tolle Dinge leisten, kreativ sind, ihre Ideen realisieren und inspirierend agieren.

Arbeitsplatz von Cordula KitiratschkyTotal begeistert bin ich von den Fähigkeiten von Cordula Kitiratschky, die überaus witzige, detailgetreue, bunte Cartoons zaubert. Im malerischen Burkheim wohnt die sympathische Künstlerin, ihr Schreibtisch ist ausgerichtet mit Blick auf Reben und Totenkopf. Hier lässt es sich arbeiten, die Inspiration entwickelt sich fast von alleine und die Ideen gehen Cordula Kitiratschky nicht aus. Schon als Kind und Jugendliche habe sie gerne gemalt, erzählt sie mir am Esszimmertisch in gemütlicher Atmosphäre.

„Die Zeiten waren vor 35 Jahren noch anders, ein Kunststudium in Basel einfach zu teuer". 

Ihr Wunsch nach einem Studienplatz blieb auf der Strecke und sie verschlug es in Richtung Sozialarbeit. Geheiratet, drei Kinder großgezogen, gearbeitet im erlernten Beruf. Und bei all diesem Alltag mit seinen Facetten, verlor die kreative Frau ihren Ursprungswunsch der Kunst einfach aus den Augen. Vor drei Jahren, das war 2015, begann sie nach einem schweren Schicksalsschlag über ihr Leben nachzudenken. „Ich bin ein positiver Mensch und da dachte ich mir, farbige und fröhliche Dinge sollten mich gerade jetzt in schweren Zeiten umgeben“, erklärt sie rückblickend. Und das war dann die Geburtsstunde des Zeichnens von Cartoons. „Früher habe ich mich mit dieser Thematik nicht beschäftigt, das kam dann in der Tat erst vor zwei Jahren“. Alltägliche Situationen, die auch belastend sein können, die wurden von Cordula Kitiratschky positiv in Szene gesetzt – „einfach sozusagen dargestellt nur für mich“. Sie entwickelte dazu eine entsprechende Comicfigur, hat viel ausprobiert, auch Bildfolgen als Comic, blieb aber schließlich am Cartoon als Witz auf einem Bild hängen. „Das fand ich persönlich einfach besser“, berichtet sie im Gespräch.

Cartoon ensteht

Vor knapp einem Jahr dann tauchte die Idee auf, etwas für die Breisach-Touristik mit Wein und Kulinarik zu kreieren.

Die Anfrage eines Breisacher Gastronom, der durch Zufall von ihrem Hobby erfahren hatte, war dabei ausschlaggebend. „Die Ideen hierfür sind nur so rausgesprudelt und heute hängen die Originale in der Gaststätte und erfreuen die Besucher“. Cordula Kitiratschky hat einen Vollzeitjob in Freiburg und zeichnet nur an Wochenenden, sonst bleibt keine Zeit. „Die Kinder kommen gerne, ein großer Garten will gepflegt werden und die regelmäßigen Besuche bei meinen Eltern in Breisach sind mir auch wichtig - da bleibt keine Zeit zum Zeichnen übrig“. Nichtsdestotrotz skizziert sie in einem Skizzenbuch Situationen, die sie erlebt oder beobachtet. Die Bilder an sich entstehen dann schnell in ihrem Kopf, Sprechblasen mit entsprechenden Aussagen vervollständigen die Kunstwerke. Die Örtlichkeiten, wie beispielsweise das Breisacher Stephansmünster, oder anderweitige Szenen auf dem Breisacher Marktplatz entsprechend der Realität. Hier skizziert sie von Fotos die Gegebenheiten für den realistischen Hintergrund mit Bleistift als Vorarbeit, erklärt sie mir. Danach folgen die Figuren an sich, mit wasserfestem Fineliner zieht sie die Linien nach, der Hintergrund ist angedeutet und die Figuren beherrschen die Szene durch dickere Striche.

GrundwerkzeugMit Aquarellbuntstiften wird coloriert, mit Wasser und Pinsel überarbeitet und dann folgen die Feinarbeiten, wie Schatten und Nuancen, die das Bild lebendiger wirken lassen. Schließlich kommen die Sprechblasen an die Reihe mit witzigen Sprüchen. „Der erste Entwurf sitz, weil ich schon alles im Kopf habe“, lacht Cordula Kitiratschky. Nun ich muss zugeben, mit dieser Materie habe ich mich zuvor noch nicht ausführlich befasst, von daher bin ich persönlich über die vielen Arbeitsgänge und den Aufwand überrascht. Etwa ein Wochenende geht für solch einen Cartoon „drauf“.

Cordula KitiratschkyUm die 20-30 regional eingegrenzte Motive hat sie bereits entworfen und realisiert. Auch ein Kinderbuch für die Ihringer Touristik illustriert sie gerade. Offen sei sie für Ausstellungen und für jedwede Anfragen von Privatleuten, die gerne etwas Individuelles, etwas Besonderes verschenken oder ordern möchten. „Ich habe meinen eigenen Stil entwickelt, meine Handschrift sozusagen und ich zeichne mit Herz und viel Leidenschaft“, betont sie. Das wiederum sieht man. Mir gefällt ihr Humor auf den einzelnen Postkarten, die man entweder auf der Homepage www.ck-cartoon.de im Shop oder im „Bären“ in Breisach, wie der Tourist-Info in Breisach kaufen kann. Die Situationskomik ist teilweise unschlagbar und beschert auf jeden Fall ein Schmunzeln und das wiederum bringt selbstverständlich positive Gedanken.

Ich finde ihren Humor herrlich, der sich im Büroalltag ebenso widerspiegelt, wie im Weinkeller, im täglichen Miteinander oder in den Reben.

Die kreative Cordula Kitiratschky spielt Cello, bis vor sechs Jahren im Kammerorchester Bad Krozingen. Früher habe sie im klassischen Jugendorchester gespielt. „Baden“ bedeutet für sie Heimat und „das Wetter hier ist besser als im Rest von Deutschland“. Und ihr heimlicher Wunsch sei das Leben zu genießen und viel mehr zu zeichnen und zu skizzieren.

 

Text / Bild: Heike Scheiding-Brode